Sir Tim Berners-Lee, Barbara van Schewick und Lawrence Lessig: Gemeinsames Plädoyer für die Erhaltung der Netzneutralität in Europa

Am Montag, 18. Juli 2016 endet die öffentliche Konsultation zu den Umsetzungsrichtlinien für Netzneutralität in Europa. In diesen wird festgelegt, ob das Internet in Europa weiterhin eine freie und offene Plattform sein wird. Mit einem gemeinsamen Text bringen sich jetzt drei der wohl renommiertesten Personen, die sich akademisch mit dem Internet beschäftigen, in die Debatte ein. Sir Tim Berners-Lee, Begründer des World Wide Web, Stanford-Professorin Barbara van Schewick und Harvard-Professor Lawrence Lessig appellieren leidenschaftlich für eine Gestaltung der Richtlinien im Sinne starker Netzneutralität. Gleichzeitig rufen sie Bürgerinnen und Bürger auf, die verbleibende Zeit zu nutzen und sich an der Konsultation zu beteiligen. Bislang haben das schon mehr als 110.000 Menschen über die Plattform SavetheInternet.eu getan.

Erst kürzlich haben 17 Telekom-Unternehmen in ihrem „5G Manifesto“ ziemlich unverhohlen gedroht, den Ausbau der nächsten Mobilfunkgeneration zu bremsen, wenn „restriktive“ Netzneutralitätsregeln definiert werden. Die Autoren des offenen Briefes dazu: „Wir – die einfachen Internetuser – haben keine teuren Lobbyisten. Aber wir sind Millionen von Menschen – Europäerinnen und Europäer, Start-ups, Aktivistinnen und Aktivisten, NGOs, Bloggerinnen und Blogger, unabhängige Künstlerinnen und Künstler – die erfahren haben, welches Potenzial das offene Internet für uns bietet. Und dieses wollen wir erhalten.“

Berners-Lee, van Schewick und Lessig verweisen in ihrem Text „Four Days to Save the Open Internet in Europe“ auch auf die Plattform SavetheInternet.eu, über die bislang mehr als 110.000 Kommentare an BEREC generiert wurden. Heute am Nachmittag werden diese symbolisch an Verteter der Behörde in der lettischen Hauptstadt Riga übergeben.