Tausende Websites protestieren für den Erhalt eines freien Internets in Europa

Mehr als 7000 Websites protestieren mit einem Ladebalken im Stil einer EU-Fahne dafür, dass die Internetregulierungsagentur BEREC sich ernsthaft mit dem Thema Netzneutralität auseinandersetzt. Über 50.000 Menschen haben bereits an der Konsultation teilgenommen. Der "EU Slowdown"-Protest läuft noch bis zum Ende der Konsultation am 18. Juli 2016.


Am Dienstag, 28.Juni 2016 haben mehr als 7000 Betreiber von Websites die Aktion "EU Slowdown" gestartet, um gegen Hintertüren in den neuen Netzneutralitäts-Regeln zu protestieren. Diese Regelungslücken würden es europäischen Internetanbietern ermöglichen, Überholspuren an große Unternehmen zu vergeben, während Start-ups und kleinere Internetseiten ausgebremst werden. Um dagegen zu protestieren, dass es in der EU möglich sein soll, finanziell gut ausgestatteten Website-Betreibern schnelles Internet zu verkaufen, wird eine EU-Fahne als Lade-Animation gezeigt, die auf ein Formular verweist, mit dem Menschen direkt an ihre Internet-Regulierungsbehörden schreiben können. In den USA und Indien haben Millionen öffentlicher Kommentare dazu geführt, dass entscheidende Siege in der Lobbyingschlacht für Netzneutralität eingefahren wurden.


Der "EU-Slowdown" wird von Fight for the Future gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Koalition SaveTheInternet.eu-Koalition organisiert, der auch der AKVorrat angehört. Die europäische Netzneutralitätskampagne hat einen vielversprechenden Start hingelegt: Bereits 50.000 Kommentare sind über die Plattform generiert worden.


Viele der tausenden Internetseiten, die an dieser Aktion teilnehmen, sind Mitglieder der "Internet Defense League", einer Koalition von Internetseiten, die sich nach den globalen "Stoppt SOPA"-Protesten gebildet haben, um das offene Internet gegen kritische Bedrohungen zu schützen. Nun hat diese Koalition 20 Tage Zeit, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, ihre Kommentare an die EU-Regulatoren zu senden.


"Gerade jetzt ist es wichtiger als je zuvor, dass die EU für bürgerliche Freiheiten einsteht und einen freien, offenen Markt für kleine wie auch große Unternehmen bietet. Die Gesetzgeber haben die wichtige Aufgabe der Definition von Netzneutralität den (nicht demokratisch gewählten) Regulierungsbehörden überlassen" sagt Thomas Lohninger, Datenschützer der Bürgerrechtsorganisation AKVorrat. "Jetzt müssen die EU Regulierungsbehörden ihren Wert unter Beweis stellen. Die Menschen in Europa haben weniger als drei Wochen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen und für ein freies, offenes Internet einzustehen, das den Kontinent vereint, anstatt ihn noch mehr zu spalten."