Erster Erfolg gegen Meta Smart Glasses – Regierung kündigt Regulierung an!
Smartglasses sollen an „sensiblen Orten“ verboten werden, dazu dient ein Drei-Stufen-System. Das ist noch nicht das komplette Verbot, das wir gefordert hätten, aber es ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Entscheidend bleibt allerdings, wie all diese Schutzmechanismen in der Praxis umgesetzt werden und wann die Menschen in Österreich vor solchen Spannerbrillen wirklich geschützt sind.
Überwachung im Klassenzimmer? Was Smartglasses in Schulen so gefährlich macht - ZIB1 13.10.2026
Seltenes Lob für die Regierung
Gut gemacht, Herr Staatssekretär, jetzt zählt aber, was folgt! Wir sagen klar: Es muss schnell und ernsthaft reagiert werden. Das vorgestellte Stufenmodell deckt sich zumindest in Punkt eins mit unseren Forderungen. Die schnelle Reaktion finden wir positiv, aber nur wenn der Druck aufrechterhalten bleibt, wird sich wirklich etwas ändern.
Ein Modell ist noch kein Gesetz und bis eine Enquete stattfindet, kann es Monate dauern. Jeder Monat ohne Regeln bedeutet weitere Aufnahmen aus Schulen, Bädern, Umkleiden, Amtsgebäuden etc. Deshalb ist es nun wichtig, dass wir alle etwas gegen die Verbreitung dieser Technik tun.
Hausordnung ftw: Jetzt sind wir alle gefragt!
Die gute Nachricht ist, dass wir Smartglasses schon einmal verhindern konnten. 2015 musste Google auf öffentlichen Druck den Verkauf seiner Google Glass Brillen einstellen. Damals hat das ohne Gesetz funktioniert, nur aufgrund gesellschaftlicher Ächtung. Genau das ist der Hebel, den wir jetzt brauchen!
Viele Dinge sind in unserer Gesellschaft zwar erlaubt, aber werden trotzdem kaum getan. Mit der Hausordnung können wir am Arbeitsplatz, in Schulen, in Umkleiden, Saunas, etc. klar machen, dass Smart Glasses hier nicht willkommen sind. Niemand will von Metas Spechtelbrillen auf den Köpfen von Fremden gefilmt werden und sich im Netz wiederfinden.
Ausschlaggebend für die Debatte war der Fall eines Schülers in Wien, der wiederholt mit Meta Smart Glasses in die Schule kam, sie trotz mehrfacher Aufforderung nicht abnahm und von der Schule suspendiert wurde. Diese Suspendierung wurde jedoch vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben. Wir können das Urteil in vielen Punkten nicht nachvollziehen, auch weil es verlangt, nachzuweisen, ob im Einzelfall aufgenommen wurde, was nur mit einer Durchsuchung des Geräts machbar wäre. Der Chilling-Effekt auf die Mitschüler:innen und Lehrer:innen wird dabei komplett ignoriert. Natürlich muss im Falle einer medizinischen Notwendigkeit das Tragen einer solchen Brille als Gesundheitsbehelf möglich sein, aber auch in diesen Fällen braucht es klare Richtlinien, was erlaubt ist und was nicht.
Wir sind Metas Trainingsmaterial, ob wir wollen oder nicht.
Smartglasses sehen aus wie gewöhnliche Brillen, filmen aber fast rund um die Uhr mit. Nur ein kleines Licht lässt erkennen, dass gerade aufgezeichnet wird. Ein "Sicherheitsmechanismus", der mit einem Filzstift überlistet werden kann, schützt allerdings niemanden.
Meta verkauft diese Brillen aber nicht, um das Leben leichter zu machen. Meta braucht die Daten aus unserem Alltag, unserem Umfeld und der Außenwelt, um ihre KI zu trainieren. Alle, die ungewollt im Bild landen, werden dabei ohne Rücksicht auf Privatsphäre und Datenschutz zu Trainingsmaterial. Die Frage, ob all das überhaupt legal ist, kümmert den Konzern dabei scheinbar wenig, ganz nach dem ehemaligen Motto Metas (damals noch Facebook) „move fast and break things“. (dt. „Lauf schnell und mach Dinge kaputt“).
Körper sind kein Content!
Smartglasses sind kein neutrales Gadget oder Spielzeug. Die Betroffenen sind überwiegend Frauen und Mädchen, die Täter überwiegend Männer. Smartglasses machen digitale Gewalt so einfach wie nie zuvor.
Und die Fälle häufen sich: Im Internet tauchen täglich neue, heimlich gefilmte Videos auf. Ob die Personen darauf mit der Veröffentlichung einverstanden sind, ist fraglich. Wenn man sich die Inhalte aber ansieht, bleibt der Consent der Gefilmten jedoch mehr als fraglich bis eindeutig nicht gegeben. Die Betroffenen erfahren oft erst davon, wenn Freund:innen ihnen das Video schicken. Kinder erkennen meist gar nicht, dass sie gefilmt werden, und können sich nicht wehren.
Die Folge kennen Frauen nur zu gut: Sie sollen sich anpassen, Orte meiden, wachsam sein. Das lehnen wir ab. Nicht die Betroffenen müssen ihr Verhalten ändern, sondern die Regeln. Frauen und Mädchen sollen sich nicht verstecken müssen, sondern die Creeps und Weirdos, die diese Brillen für sowas benutzen!
Datenschutz-Experte: Smart-Glasses "sind eine Spionagetechnologie" - ORFIII Aktuell 29.10.26
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