Play4Privacy: Grazer Kollektiv bringt die Blockchain aufs Grazer Kunsthaus

Beleuchtete Fassade sammelt Geld für epicenter.works und andere Privacy-Organisationen

Das Projekt Play4Privacy (P4P) brachte die Blockchain als Spiel in den öffentlichen Raum und sammelte so bereits Kryptowährung im Wert von über 10.000 Euro für die Datenschutzorganisationen von Max Schrems und epicenter.works.

Bis 15. November 2017 gibt es noch die Möglichkeit, zu spenden und Tokens der Kryptowährung „Play“ dafür zu bekommen. Weitere Infos dazu findest du >>hier.

Die Blockchain als Spiel verstehen

Von 27. September bis 27. Oktober 2017 verwandelte das P4P-Projektteam des Grazer Blockchain Inkubators lab10 collective e.G. die beleuchtete Fassade des Kunsthaus Graz in ein interaktives Spielbrett.

Hunderte Interessierte aus der ganzen Welt spielten jeden Abend in zwei Teams über das Internet das Strategiespiel Go. Alle Spielzüge wurden im öffentlichen Raum sowie im Live-Stream transparent dargestellt und waren somit für die Allgemeinheit direkt nachvollziehbar. Durch dieses Kunstprojekt konnte die Grazer Genossenschaft einer breiten Öffentlichkeit die Funktionsweise der Blockchain und das damit verbundene Konzept der „transparenten Anonymität“ spielerisch näherbringen.

Denn jedes Spiel kann man sich als Aneinanderreihung von Entscheidungen vorstellen, die - einmal gesetzt - nicht mehr umkehrbar sind. Genauso ist es auch in der Blockchain. Sobald die Entscheidung getroffen ist („Konsensus“), wird sie endgültig als neuer Block in die Blockchain eingefügt und kann nie wieder verändert werden („Endgültigkeit“).

So wurde für jeden, egal ob Spieler oder Zuseher, erlebbar, wie die Blockchain funktioniert – nämlich als anonymes, verteiltes Netzwerk mit einer öffentlichen Datenbank, die keiner zentralen Kontrolle unterliegt und trotzdem gegen Manipulationen abgesichert ist.

Kryptowährung für einen guten Zweck

Alle, die mithalfen, den nächsten Spielzug mitzuentscheiden, erhielten dafür als Belohnung je einen so genannten PLAY-Token der gleichnamigen Kryptowährung. In Summe wurden etwa eine halbe Million dieser ERC-20 Tokens auf der Ethereum Blockchain erzeugt und an alle Spieler verteilt.

Zusätzlich wurde für jeden Spielzug ein weiterer Token geschürft. Dieser Pool wird nun an alle jene Unterstützer verteilt, die noch bis 15. November 2017 Kryptowährung für epicenter.works sowie an die neue NGO von Max Schrems spenden. So konnten in den ersten 48 Stunden bereits über 38 Ether, oder umgerechnet mehr als 10.000 Euro eingesammelt werden.

Max Schrems:

„Privatsphäre ist ein Grundrecht. Europa hat starke Datenschutzgesetze, aber es hakt oft an der Rechtsdurchsetzung. Unser neues Projekt will diese Lücke schließen und die Methoden strategischer Klagsführung zum Wohl der Privatsphäre der Menschen anwenden.“

Thomas Lohninger von epicenter.works:

„Unser Motto bei epicenter.works ist ‚Zivilgesellschaft wirkt‘. Unser Verein setzt sich seit 2010 für Bürgerrechte im digitalen Zeitalter ein. Wir geben der Bevölkerung dort eine Stimme, wo die Politik oft Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg trifft. Wir haben bereits die Vorratsdatenspeicherung vor dem europäischen Höchstgericht als verfassungswidrig abgeschafft und auf EU Ebene gesetzlichen Schutz für die Netzneutralität errungen.“

Auf privacy.lab10.coop kann man noch bis 15. November 2017 ein Zeichen für Privatsphäre im Internet setzen. Es lohnt sich, denn mit einer Spende bekommt man Tokens der Kryptowährung „Play“.